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Aus der Au: Evolution oder Intelligent Design

Christina Aus der Au (1)

Evolution oder Intelligent Design
Wer hat die bessere Erklärung?

Aus: Helmut A. Müller (Hg.). Evolution: Woher und Wohin - Antworten aus Religion, Natur- und Geisteswissenschaften. Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1. Auflage 2008, 61-81 (Bezugsquelle des Bandes; hier ein Ausschnitt; mit freundlicher Genehmigung von Vandenhoeck & Ruprecht und der Autorin)




[…]
Die Frage, ob wir die Entstehung des Universums und der biologischen Artenvielfalt besser als ein Resultat ungerichteter Prozesse oder als die Manifestation intelligenten Designs erklären, ist aufgrund empirischer Daten letztlich nicht eindeutig zu beantworten. Dabei wird nämlich vorausgesetzt, dass die ID-Theoretiker und die Vertreter der Evolutionstheorie schon eine gemeinsame Auffassung davon haben, was als eine gültige Erklärung zählt. Dies ist grundlegend, ist doch „das Ansehen einer Wissenschaft […] wesentlich darauf gegründet, dass sie Entscheidungen oder Ereignisse (Sachverhalte) zuverlässig erklären kann“. (32)
Ich argumentiere im Folgenden, dass eine solche gemeinsame Auffassung nicht gegeben ist. Es gibt keine Übereinstimmung darüber, was als eine gültige – und damit als eine wahrheitsfähige (33) – Erklärung zählen kann, und deswegen muss die Auseinandersetzung zwischen Evolutionstheorie und ID-Theorie in ihrer jetzigen Form fruchtlos bleiben.




3. Was zählt als eine Erklärung?

Als Erklärung gilt – im Unterschied zur bloßen Auflistung dessen, was passiert – im weitesten Sinne die Antwort auf die Frage nach dem Warum eines Phänomens. (34) Auf Fragen wie: Warum fällt der Apfel zu Boden? Warum erhöht sich der Wasserspiegel in der Badewanne, wenn Archimedes hinein steigt? Warum gibt es Sommer und Winter in unseren Breitengraden? Warum ist es nachts dunkel? haben wir anerkannte Erklärungen wie: Weil Massen durch die Gravitationskraft andere Massen anziehen, weil das Wasser durch das Volumen des Körpers verdrängt wird, weil die Erdachse schräg steht, weil das Universum nicht unendlich ist (35) – wobei diese Erklärungen jeweils nach Bedarf noch genauer aufgeschlüsselt werden können.
Was aber zählt als gültige Erklärung auf Fragen wie: Warum hat sich das Universum ausgerechnet in denjenigen engen Grenzen entwickelt, in denen die Entstehung menschlichen Lebens möglich war? Warum gibt es so komplexe Zellen, deren natürliche Entstehung schwer nachvollziehbar ist? Warum gibt es kompliziert strukturierte Flagellae und Ciliae, die an menschengemachte Maschinen erinnern? Weit davon entfernt, eine von beiden Seiten anerkannte Erklärung dieser Phänomene gefunden zu haben, (36) wird vordergründig um empirische Details gestritten. Tatsächlich geht es aber letztlich darum, von welcher Art denn eine Erklärung sein muss, damit sie als mögliche Antwort überhaupt in Betracht gezogen werden kann.
Die Wissenschaftsphilosophie hat sich im letzten Jahrhundert ausführlich mit der Frage nach dem Wesen einer Erklärung beschäftigt. Dabei haben sich unterschiedliche Theorien entwickelt.




3.1 Logische Deduktion

Die klassische Auffassung finden wir im einflussreichen Aufsatz über die Logik der Erklärung von Carl Hempel und Paul Oppenheim. (37) Die beiden Philosophen (38) versuchten im Sinne des logischen Positivismus, das Wesen einer Erklärung möglichst allgemeingültig zu bestimmen. So muss eine Erklärung, wenn sie denn eine gültige Erklärung sein will, bestimmte formale Bedingungen erfüllen:

1. Sie muss einen empirischen Inhalt haben, muss also testbar bzw. falsifizierbar sein.
2. Ihre Elemente müssen wahr (bzw. durch alle relevante Evidenz bestätigt) sein.
3. Ein Element der Erklärung muss aus einem universalen Gesetz bestehen.
4. Das zu Erklärende muss dann als logische Konsequenz aus der Erklärung folgen.

Die Erklärung besteht also aus der Beschreibung der wahren Anfangsbedingungen und der Beschreibung eines universalen Gesetzes. Daraus kann das zu Erklärende deduktiv-nomologisch abgeleitet werden: Wenn die Anfangsbedingungen und ein entsprechendes Gesetz gegeben sind, dann folgt daraus logisch zwingend das beschriebene Phänomen. Es musste so kommen ist dann die Erklärung.
Dies sieht auf den ersten Blick so aus, wie wenn es genau die Art von Erklärung darstellte, auf welche die Vertreter der Evolutionstheorie abzielen. Diese betonen die Notwendigkeit der prinzipiellen Falsifizierbarkeit wissenschaftlicher Hypothesen. Ihre evolutionären Erklärungen bestehen zum einen aus der genauen Beschreibung der vorgefundenen Daten und zum anderen aus Gesetzen wie der Gravitation, den elektromagnetischen Wechselwirkungen, aber auch dem Malthus’schen Gesetz zum Wachstum von Populationen und den Gesetzen der Genetik. Wenn man die Veränderung der Umwelt bzw. die Anfangsbedingungen kennt, kann man daraus deduktivnomologisch herleiten, auf welche Weise Populationen und Arten entstanden sind. Wenn die Anfangsbedingungen und die Naturgesetze gegeben sind, musste es so kommen, dass komplexe Lebewesen entstehen.
Genau dies bestreiten die ID-Theoretiker. Zum einen sei die Evolutionstheorie selber letztlich nicht falsifizierbar und deswegen keine wissenschaftliche Erklärung. Wir können weder die Entstehung des Lebens und dessen Diversifizierung in Arten noch die Entstehung des Universums im Labor simulieren. Die immense Zeitspanne, die dafür postuliert wird – ca. 3 Mrd. bzw. 14 Mrd. Jahre – verunmögliche jeglichen Versuch der Wiederholbarkeit. Zum anderen können wir damit keine Vorhersagen machen, sondern den Prozess sozusagen nur rückwärts erklären. Die Evolutionstheorie ist eine historische Theorie. Und als solche sind ihre Details intern nicht unumstritten. Auch der überzeugte Evolutionsbiologe Steven Jay Gould hat über seine orthodoxen Kollegen gespottet, welche zu jeder Variation eine just-so-story auf Lager hätten. (39) Diese haben für jede Eigenschaft eines Lebewesens eine Geschichte bereit, welche erklärt, weshalb die Eigenschaft adaptiv ist, d.h. inwiefern sie im Evolutionsprozess die Fitness ihres Trägers verbessert hat. Aber, so Gould und Lewontin, diese Geschichten sind manchmal an den Haaren herbeigezogen und nicht wissenschaftlicher als Kiplings Kindergeschichten. Oft ist es viel plausibler, dass bestimmte Eigenschaften lediglich als Nebeneffekt einer positiv selektionierten Eigenschaft entstanden oder als neutral nicht eliminiert worden sind. Welche Geschichten sind also die richtigen Geschichten?
Zudem – so die weitere Kritik – lassen die Evolutionstheoretiker nur bestimmte Erklärungen zu und schließen andere unbesehen aus. Sie sind, so Behe, wie Detektive, welche mit der Lupe jeden Millimeter absuchen, um Spuren vom Mörder der platt gedrückten Leiche zu finden. Den großen, grauen Elefanten in der Mitte des Raumes übersehen sie aber ganz und gar: „Seht ihr, die Lehrbücher sagen, dass die Detektive ‚ihren Mann kriegen‘ müssen, also ziehen sie Elefanten gar nie in Betracht.“ (40)
Sie selber, so argumentieren die ID-Theoretiker, seien diejenigen, welche das Hempel-Oppenheimsche Erklärungsmodell angemessen anwenden. Ihre Erklärung beansprucht nämlich ebenso, einen empirischen Inhalt zu haben, auch wenn dieser indirekt erreicht wird: Wenn aufgrund des vorliegenden Datenmaterials alle anderen Erklärungen versagen, dann muss ihre Erklärung die richtige sein. Das Vorliegen von intelligentem Design wird durch alle relevante Evidenz (z.B. durch die spezifische Komplexität) bestätigt. Dazu kommen das Gesetz der Thermodynamik und die Gesetze der Wahrscheinlichkeit, und die logische Konsequenz daraus ist dann eben der intelligente Designer.
Dies wiederum lassen Evolutionstheoretiker nicht gelten. Die Theorie eines intelligenten Designers könne nicht falsifiziert werden und sei demzufolge ihrerseits nicht wissenschaftlich. Dazu könne intelligentes Design nicht einfach im Beobachteten vorgefunden werden. Die Beispiele, welche die ID-Theoretiker zur Illustrierung der Grenzen des Darwinismus heranziehen, lassen sich oft problemlos evolutionär beschreiben. Behes großer, grauer Elefant steht eben gerade nicht für jedermann sichtbar in der Mitte des Raumes, sondern seine Existenz wird lediglich postuliert. Auch ist die Notwendigkeit dieses Postulates nicht für jeden ersichtlich, und so verfolgen die Evolutionstheoretiker noch immer menschliche Spuren, die in ihren Augen auch durchaus vielversprechend sind.
Ein weiteres Problem dieses Erklärungsmodells besteht darin, dass es nicht spezifiziert, welche Gesetze im konkreten Fall zur Erklärung herangezogen werden sollen. Ist es die natürliche Selektion (und damit biochemische und genetische Gesetzmäßigkeiten) oder sind es die Wahrscheinlichkeitsgesetze, aus welchen dann eben die enorme Unwahrscheinlichkeit des betreffenden Phänomens belegt werden könnte? Aus den empirischen Daten alleine ist dies jedenfalls nicht abzuleiten, und auch der Verweis auf Erklärungslücken ist kein Argument, denn die entscheidende Frage ist ja, ob diese prinzipiell durch weitere Forschung geschlossen werden könnten. Und da ein argumentum e silentio, ein Argument also, das mit dem Nichtvorhandensein eines Arguments argumentiert, lediglich ein Scheinargument darstellt, kann aus dem gegenwärtigen Nichtvorhandensein einer Erklärung nie geschlossen werden, dass es keine Erklärung geben kann.
Es reicht also nicht, wenn die ID-Theoretiker behaupten, es stünde ein Elefant im Zimmer, der als die bessere Erklärung für den Mord doch ins Auge springen müsse, sondern die Leiche muss in ihrer konkreten Verfasstheit tatsächliche Eigenschaften aufweisen, die eindeutig nicht auf einen Menschen, sondern auf einen Elefanten als den Täter verweisen. Es reicht auch nicht, wenn das zu erklärende Phänomen als Anwendung eines bestimmten Gesetzes auf eine Ausgangslage erklärt wird, sondern es muss nachvollziehbar sein, wie das zu Erklärende von dem in der Erklärung Behaupteten bewirkt wurde. Oder wie es der Logiker und Philosoph Wesley Salmon formuliert: „Die Zeit ist gekommen, die Ursache wieder in das ‚weil‘ hineinzubringen.“ (41)




3.2 Wirkkausalität

Diese Bedingung, dass eine Erklärung die kausalen Bewirktheit des Phänomens mit einzuschließen hat, hilft uns nicht nur, irrelevante Anfangsbedingungen auszuscheiden (also diejenigen, die nicht kausal mit dem Phänomen verknüpft sind), sondern sie garantiert auch die Asymmetrie der Erklärungen. Die klassische wissenschaftliche Erklärungsrichtung geht von der Ursache zur Wirkung, nicht umgekehrt. Besteht also das Wesen der Erklärung vielleicht nicht in einer formal-logischen Relation, nämlich der logisch-deduktiven, wie es Hempel und Oppenheim behauptet haben, sondern in einer kausalen Relation?
Allerdings ist, wie Hume deutlich gemacht hat, Kausalität alles andere als ein erklärtes und verstandenes Phänomen. (42) Wie genau muss die Beziehung zwischen zwei Ereignissen beschaffen sein, damit sie eine Kausalbeziehung ist? Oder anders: Was genau ist es, das die Ursache zur Ursache macht?
Humes Skepsis gegenüber der Kausalität beruht darauf, dass wir ihre Notwendigkeit selber nicht empirisch wahrnehmen können. Wir sehen immer nur zwei Ereignisse, die unserer Erfahrung nach immer nacheinander auftreten und an deren Verbindung wir uns gewöhnt haben. (43) Und wir induzieren daraus, dass zwischen diesen beiden Ereignissen ein notwendiger, nämlich ein kausaler Zusammenhang besteht. Dies ist aber ein ungültiger Schluss, denn aus einer endlichen Zahl von Erfahrungen kann nie ein allgemeines Gesetz abgeleitet werden.
Kant hat diese Skepsis gleichermaßen verobjektiviert und versubjektiviert; er hat die Kausalität zum einen an die subjektiven Bedingungen unserer menschlichen Erfahrungen zurückgebunden, zum anderen aber zur allgemeinmenschlichen Verstandeskategorie erklärt. Damit können zwar alle verständigen Wesen nicht anders, als zwei regelmäßig aufeinander folgende Ereignisse in einer kausalen Beziehung wahrzunehmen, aber diese Beziehung wird von uns den Ereignissen übergestülpt und liegt nicht in der Natur der Dinge selber.
Ernest Nagel schlägt deswegen vor, dass Kausalität nicht als Begründungsinstrument, sondern lediglich als ein heuristisches Prinzip der Wissenschaft betrachtet wird, das aber selber nicht falsifizierbar ist. Selbst wenn dasselbe Experiment bei der zweiten Durchführung ein anderes Resultat hervorbringt, so ist dies noch nicht notwendigerweise eine Falsifizierung der Hypothese, sondern kann immer noch daran liegen, dass:

1. keine kausalen Beziehungen zwischen den Ausgangsbedingungen und den Endbedingungen herrschten und die Veränderungen zufällig waren,
2. die Kausalbeziehungen beim ersten Mal vorhanden waren, nicht aber beim zweiten Mal oder
3. durch winzige, von mir nicht beeinflussbare Veränderungen der vorhergehende Zustand nicht derselbe war und deswegen nicht dieselbe Wirkung gezeitigt hat.

Nagel kommt daher zum Schluss: „Aus diesen Gründen ist es extrem schwierig, wenn nicht gar hoffnungslos, das Kausalitätsprinzip als eine universell gültige induktive Wahrheit zu betrachten, welche alles durchdringende Ordnung der Ereignisse und Prozesse betrifft“. (44)
Das Prinzip der Kausalität kann also nicht die ultimative Voraussetzung einer jeden Erklärung sein, weil auch dieses nicht zwingend jedermann einleuchtet. Im Gegenteil, wenn jeder erfolglose Versuch, kausale Beziehungen im System aufzuweisen, eine Erweiterung der Systemgröße nach sich zieht (mit dem Argument: Vielleicht gibt es ja noch mehr relevante Faktoren), dann ist letztlich nichts weniger als der gesamte Kosmos das ultimative System. So wird aber jegliche Wissenschaft unmöglich.
Das Kausalitätsprinzip ist nach Nagel nicht die Bedingung, sondern eine analytische Konsequenz aus der Definition derjenigen Tätigkeit, die wir theoretische Wissenschaft nennen. Man kann es in Einzelfällen verlassen, aber nicht generell ignorieren, ohne dass man dabei die theoretische Wissenschaft bis zur Unkenntlichkeit verändern würde. (45) In strittigen Fällen wie dem Streit zwischen Evolutionsbiologen und ID-Theoretikern vermag auch der Verweis auf Kausalbeziehungen nicht eindeutige und alle zufrieden stellende Erklärungen zu begründen.




3.3 Zweckkausalität

Man könnte nun einwenden, dass Kausalität viel zu eng gefasst wird, wenn sie lediglich rein mechanistisch als Wirkkausalität verstanden wird. Könnte es nicht gerade in der Biologie, in der wir es mit Organismen zu tun haben, unverzichtbar sein, Kausalität im aristotelischen Sinne zu erweitern und stattdessen mit einer zielgerichteten Zweckkausalität zu rechnen? Und würde nicht eine solche ganz ungezwungen auf die Möglichkeit, ja die Notwendigkeit intentionaler Erklärungen verweisen?
So zitiert Kardinal Schönborn in der New York Times zustimmend Papst Johannes Paul II:
[...] angesichts eines Universums, in dem eine solch komplexe Organisation seiner Elemente und eine so wunderbare Zielgerichtetheit in seinem Leben vorhanden ist, von Zufall zu sprechen, würde gleich bedeutend damit sein, die Suche nach einer Erklärung der Welt, wie sie uns erscheint, aufzugeben. In der Tat würde dies gleich bedeutend sein damit, Wirkungen ohne Ursache anzunehmen. Es würde die Abdankung des menschlichen Verstands bedeuten, der auf diese Weise sich dem Denken und der Suche nach einer Lösung für die Probleme verweigern würde“. (46)
Und scheinbar im selben Sinne schreibt auch Ernst Mayr, einer der Architekten der großen Synthese in der Evolutionstheorie: „Die Natur (die organische wie die unbelebte) ist überreich an Vorgängen und Aktivitäten, die zu einem Ende führen“. (47) Aber im Gegensatz zum Theologen Schönborn beeilt sich der Evolutionsbiologe Mayr sogleich, diese vermeintliche Teleologie in teleomatische und teleonomische auszudifferenzieren und damit auch gleich wieder zu entfinalisieren. Die Zweckgerichtetheit in der Natur ist für ihn nur scheinbar. Während teleomatische Vorgänge „nur auf eine passive, automatische, von äußeren Kräften oder Bedingungen diktierte Weise ‚endgerichtet‘“ (48) sind, verdanken teleonomische Vorgänge ihr Zielgerichtetsein dem Wirken eines Programms. (49) Auch wenn Mayr zugesteht, dass das Studium der genauen Funktionsweise solcher Programme „den schwierigsten Bereich in der Biologie bildet“, (50) so besteht er doch darauf, dass dieses etwas Materielles ist und streng kausal und mechanistisch erklärt werden kann. Die Aufgabe der Naturwissenschaften besteht ja nach dem Selbstverständnis der Evolutionsbiologen gerade darin, den Mechanismus hinter der scheinbaren Zweckgerichtetheit zu erforschen. Dabei wird das Staunen über die Vielfalt und Schönheit des Lebendigen nicht entzaubert, wie z.B. das Buch des Evolutionsbiologen Gould über 530 Millionen Jahre alte Fossilien im Yoho Nationalpark in den kanadischen Rocky Mountains (51) oder die Autobiographie des Soziobiologen Wilson (52) zeigen. Aber dieses Staunen ist hier nicht identisch mit Ehrfurcht gegenüber einer planenden Gottheit, sondern es gilt den Erscheinungsformen des Lebens, wie sie sich gerade in einer planlosen, zufälligen Art und Weise herausgebildet haben. (53)
Eine Verständigung darüber, was als Erklärung gilt, kann offenbar auch nicht über eine Erweiterung des Kausalitätbegriffs erreicht werden, weil die Vorstellung einer Zweckkausalität nur in dem einen Paradigma, demjenigen des Intelligent Design, Platz hat. Wo ID-Theoretiker in der Natur ab einem bestimmten Komplexitätsgrad Zielgerichtetheit und damit Design und Intention eines Planers wahrnehmen wollen, werden Evolutionsbiologen wie Mayr und Wilson in denselben Phänomenen immer unpersönliche Ursacheund Wirkmechanismen sehen, die zwar noch unbekannt sein können, aber die es umso mehr zu erforschen gilt.




3.4 Kontrastklassen

Genau diese Erfahrung, dass ein und dasselbe Phänomen auf zwei unterschiedliche Arten erklärt wird – und beide Erklärungen je von einer Gruppe von Menschen für gültig und befriedigend gehalten werden – hat den Niederländer Bas van Fraassen dazu bewogen, eine formalistische Definition von Erklärung schon im Ansatz zurückzuweisen. (54) Oft gibt es zu einem Phänomen unterschiedliche Erklärungen, und welche davon die Fragerin als eine mögliche Erklärung in Betracht zieht, hängt nicht von der formalen Struktur des Argumentationsmusters ab, sondern davon, nach welchem Aspekt sie gefragt hat. Wir können den Bereich der möglichen Erklärungen erst dann abstecken, wenn wir so genannte Kontrastklassen bilden. Eine Kontrastklasse besteht aus der Menge möglicher Erklärungen, von denen eine dann als richtig angesehen wird. Die vollständige Frage lautet nämlich nicht: Warum ist es so?, sondern: Warum ist es gerade so und nicht anders?
Warum ist ein so komplexes Organ wie das Auge entstanden? Diese Frage hat schon zu Darwins Zeiten Willam Paley beschäftigt, und dieser konnte es sich nicht anders erklären, als dass eben ein Schöpfergott dieses Organ erschaffen haben muss. Für Evolutionsbiologen ist aber die Erklärung Gott kein Element ihrer Kontrastklasse mehr. Es ist keine falsche Erklärung, sondern eine ungültige, weil unwissenschaftliche. Und so mussten sie weiter nach Möglichkeiten forschen, wie sich ein Auge über verschiedene Stadien entwickeln konnte und in jedem dieser Stadien für das Lebewesen einen evolutionären Vorteil gegenüber den anderen darstellen konnte. (55)
Heute sind es die besagten komplexen mathematischen und biologischen Phänomene wie die anthropischen Koinzidenzen in der Kosmologie und Flagellae und Cilien, welche unsere Erklärungsfähigkeit herausfordern. Für die ID-Theoretiker verweisen diese Phänomene auf eine ganz bestimmte Erklärung aus der Menge aller möglichen Erklärungen, nämlich dass diese Komplexitäten nicht zufällig entstanden sind, sondern als intelligentes Design auf einen Designer rückschließen lassen. Aber für die Evolutionsbiologen existiert die Erklärung intelligenter Designer nicht in der Menge ihrer möglichen Erklärungen. Sie ist nicht einmal falsch, sie ist einfach nicht in ihrem Blickfeld.
Vor diesem Hintergrund können wir nun Behes Elefantenbeispiel präzisieren: Behe suggeriert, dass beide, Evolutionsbiologen und ID-Theoretiker, nach derjenigen Ursache suchen, welche eine platt gedrückte Leiche zur Folge hatte. Aber der gesuchte Menschenmörder und der Elefant stehen nur scheinbar auf derselben Ebene. Während der Mensch zur Menge der Kausalursachen gehört, ist der Elefant ein Element einer ganz anderen, nämlich einer um Intentionalität erweiterten Menge. Die beiden Detektive spielen nicht dasselbe Spiel, beim einen Spiel gilt der Elefant, beim anderen nicht.
Das heißt: Zu jedem Phänomen gibt es verschiedene Mengen möglicher Erklärungen, und die Vorstellung einer Erklärung, die alle und jeden gleichermaßen befriedigen würde, ist in vielen Fällen obsolet geworden. Van Fraassen kommt zum Schluss: „In anderen Worten, was als entscheidende Eigenschaft als ‚die Ursache‘ in diesem komplexen Prozess herausgegriffen wird, ist lediglich für eine bestimmte Person entscheidend, aufgrund ihrer Orientierung, ihrer Interessen und unzähligen anderen Besonderheiten der Art und Weise, wie sie das Problem angeht oder kennenlernt – kontextuelle Faktoren also.“ (56)
Er schlägt deswegen ein pragmatisches Modell für Erklärung vor: Eine Erklärung ist nicht deswegen eine Erklärung, weil sie sich aus einem Gesetz ableiten lässt, nicht deswegen, weil sie das Phänomen auf eine kausale Ursache zurückführt und auch nicht deswegen, weil sie zur Verringerung der fundamentalen Hypothesen über den Zustand der Welt beiträgt, (57) sondern weil sie eine befriedigende Antwort auf eine konkrete Warum-Frage eines konkreten Fragenden darstellt.
Damit ist, so van Fraassen, alles abhängig vom entsprechenden Paradigma, in welches Frage und Antwort eingebettet sind. Die dazugehörige Theorie ist relativ zum Stand der Wissenschaft zum Zeitpunkt der Frage, und die für diese Frage relevanten Fakten hängen ab von der Wahrnehmung von sowohl Fragendem und Antwortendem. So kann nicht die Rede davon sein, dass es irgendwo explanatorisches Potential als solches gäbe. Umgekehrt ist es allerdings auch nicht der Fall, dass ein hohes Erklärungspotential einer Theorie Evidenz für die Wahrheit dieser Theorie darstellen würde. Erklärungen überzeugen nur vor demselben Hintergrund, der auch den Hintergrund dieser Theorie darstellt, und deswegen kann zwischen der Suche nach Erklärungen und der Suche nach überzeugenden Theorien nicht unterschieden werden.
Statt der Wahrheitsfähigkeit einer Erklärung, wie sie noch bei Hempel und Oppenheim, aber auch bei Salmon als Kriterium fungiert hatte, gilt hier die Verankerung der Erklärung in einem bestimmten Bezugssystem. Die Erklärung muss mit Verweis auf die genannten Parameter gerechtfertigt werden können.
So nachvollziehbar van Fraassen damit auch die pragmatische Dimension von Erklärungen erhellt, so nahe liegend ist es, dass auch dies nicht das letzte Wort in der Diskussion darstellen kann. Salmon und Kitcher (58) haben darauf hingewiesen, dass hier die Probleme erst beginnen. Was hindert uns daran, Antworten, die astrologische Daten und ein das Wasser weihender Priester beinhalten, für ebenso adäquat zu halten wie solche mit weniger verdächtigen Elementen? Oder was hindert uns daran, Antworten, die einen intelligenten Designer beinhalten, für ebenso befriedigend zu halten wie Antworten, die auf natürliche Selektion Bezug nehmen?




4. Worüber diskutieren?

Der Vorschlag von van Fraassen, die jeweiligen Kontrastklassen mit einzubeziehen, führt uns nicht zur Formel, wie man eine gültige Erklärung von einer ungültigen unterscheidet. Aber er verändert die Ebene der Diskussion. Statt dass die Kontrahenten auf der empirischen Ebene diskutieren, wäre es gewinnbringender, sie würden sich darüber unterhalten, welche Kontrastklasse sie für angemessen halten. Zuerst muss Einigkeit darüber herrschen, was die erlaubten Erklärungen sind, bevor man sich über empirische Argumente streitet.
Erst aus dieser Perspektive wird offensichtlich, dass die Vertreter von Evolutionstheorie und diejenigen des Intelligent Design mit zwei ganz unterschiedlichen Kontrastklassen operieren. Für den Evolutionstheoretiker ist die Erklärung der natürlichen Selektion nicht eine aus einer Menge von möglichen Erklärungen, zu denen daneben auch göttliche Eingriffe, außerirdische Designer und sonstige teleologische Erklärungen gehören könnten. Ihre Kontrastklasse ist definiert durch einen methodischen Naturalismus und damit einen ebensolchen Atheismus, (59) und so gibt es für sie keine grundsätzliche Alternative zur natürlichen Selektion. (60) Es geht nur darum, den entsprechenden Mechanismus möglichst detailliert aufzuklären. Wo dieser noch nicht gefunden ist, gilt alles andere als intensives Weiterforschen als ein Abbruch der Diskussion.
Im Gegensatz dazu bestreiten die ID-Theoretiker, dass die Naturwissenschaft notwendigerweise naturalistisch verfasst ist. Sie setzen damit eine andere Kontrastklasse voraus, die nicht durch einen methodischen Atheismus beschränkt ist. Neben kausalen Erklärungen sind auch intentionale Erklärungen, die eine Zwecksetzung beinhalten, Elemente dieser Kontrastklasse. Und so kann auch zu letzteren gegriffen werden, wenn erstere nicht verfügbar sind. Für Vertreter des ID-Design ist es deswegen unabdingbar, die Diskussion auf der empirischen Ebene zu führen. Interessanterweise haben sie nämlich eine Art interner Hierarchie: Wirkkausale Erklärung schlägt intentionale Erklärung. Nur dort, wo Komplexität so komplex ist, dass sie nicht mehr aus ungerichteten Prozessen erklärbar ist, soll Intentionalität eingeführt werden. Sie sind also darauf angewiesen zu zeigen, dass Flagellae, Ciliae und mathematische, anthropische Koinzidenzen im Universum im Rahmen der natürlichen Selektion unerklärlich bleiben. Aber diese Diskussion wird unentscheidbar bleiben. Woher weiß man denn, dass genau dies nun ein so komplexes Phänomen ist, dass dafür keine evolutionsbiologischen Erklärungen mehr gefunden werden können – zumal dies in der Geschichte der Biologie schon einige behauptet haben und dann durch die nachfolgende Forschung eines besseren belehrt wurde?
Vielleicht wäre es sinnvoller, sich darüber zu unterhalten, inwiefern die Naturwissenschaft vor dem Hintergrund ihrer geschichtlichen Entstehung tatsächlich naturalistisch argumentieren muss. Spätestens seit Bacon und Descartes ging sie untrennbar mit dem Ziel des Beherrschens und Manipulierens einher, und dies hat sich zumindest für einen großen Teil der Naturwissenschaft nicht geändert. (61) Wo aber göttliche oder außerirdische Intelligenzen ihre Hand im Spiel haben, kann der Mensch nicht eingreifen, weil kein ihm zugänglicher notwendiger Zusammenhang zwischen einer erkennbaren Ursache und einer planbaren Wirkung mehr gegeben ist. Die Suche nach untersuch-, manipulier- und/oder berechenbaren Zusammenhängen gehört immer noch zu den unverzichtbaren Voraussetzungen der modernen Naturwissenschaft.
Die ID-Theorie will explizit keine Glaubensgemeinschaft, sondern Naturwissenschaft sein, und so gräbt sie sich genau damit selber das Wasser ab. Ihre Kontrastklasse ist hybrid, d.h. ihre Menge der Erklärungen beinhaltet sowohl klassische Kausalerklärungen (das Vorhandensein von Mikroevolution / Anpassung innerhalb einer Art wird von den wenigsten bezweifelt), als auch Intentionalerklärungen. Und genau hier liegt ihr größtes Problem: Sie hat kein Kriterium dafür, wann man auf konventionell wissenschaftliche Art weiterzuforschen hat und wann es geboten ist, die rettende Ausfahrt Richtung Designer zu nehmen. So argumentieren die Naturwissenschaftler zu Recht, dass mit dem Rückgriff auf einen intelligenten Designer die Suche nach Erklärungen vorzeitig abgebrochen wird. Kanitscheider vergleicht den Rückgriff auf einen planenden Ordner mit der Benutzung eines Taxis, „Man bemüht es eine Zeitlang, dann aber an einer bestimmten Stelle, wo es einem gefällt, verlässt man es.“ (62) Dass dieser Ort sehr willkürlich ist, zeigt ein Blick in die Geschichte. Manchmal eröffnen sich erst Jahrhunderte später überraschende Zusammenhänge, welche eine nachvollziehbare evolutionsbiologische Erklärung auch für sehr komplexe Phänomene liefern können. Das Auge ist ein eindrückliches Beispiel dafür. (63)
Es gibt also gute Gründe dafür, weshalb sich die Naturwissenschaften an einen methodischen Atheismus halten. Wenn dies ein Unternehmen des menschlichen Verstehens der Natur bleiben soll, dann ist es nicht nur kontraproduktiv, ab irgendeinem bestimmten Grad von Komplexität eine wie auch immer geartete Intelligenz ex machina anzunehmen, sondern solches widerspricht dem Sinn dieses Unternehmens überhaupt. Umgekehrt sind es von der anderen Seite her auch einige Evolutionsbiologen, welche die Grenzen eines solchen Wissenschaftsverständnisses ebenso überschreiten, wenn sie aus einem methodischen einen ontologischen Atheismus machen. Wenn Dawkins und Co. aus naturwissenschaftlicher Theorie und Forschung strukturell identische Folgerungen über die Existenz (bzw. in ihrem Fall die Nicht-Existenz) Gottes ableiten wie es Dembski und Co. tun, dann begehen sie auch den gleichen wissenschaftstheoretischen Fehlschluss wie diese: Aus dem, was man erkennt, kann man nicht ableiten, was ist. Und schon gar nichts aussagen über den Grund allen Seins. Aber auch hier gilt offenbar: Les extrêmes se touchent.




Anmerkungen

1 Für Kommentar und Kritik danke ich Rüdiger Vaas herzlich.
32 MOHR, Erklärung, 1.
33 Gültig bzw. wahrheitsfähig heisst nicht, dass die Erklärung richtig ist, sondern lediglich,
dass sie richtig sein könnte. Sie gehört damit zur Menge der möglichen Erklärungen, für oder
gegen die legitimerweise argumentiert werden kann.
34 Die Warum-Frage ist allerdings zweideutig: Während Nagel sie als Frage nach dem Mechanismus
dahinter stellt, vgl. NAGEL, Structure, 15, also nach den Ursachen eines Phänomens fragt
(im Sinne von: Wie funktioniert es, dass …?), wird mit warum auch nach den Gründen einer
Handlung gefragt (im Sinne von: Wozu tust Du das?). Hier ist ausschließlich die erste Bedeutung
gemeint.
35 Die Frage: Warum ist es nachts dunkel? ist gar nicht so trivial. Tatsächlich hat sie sogar einen
eigenen Namen: das Olbers’sche Paradox. Die nächtliche Dunkelheit ist ein Indiz dafür, dass
das Universum endlich ist, d.h. dass offenbar nicht unendlich viele Sterne die endliche Lebensdauer
und die quadratisch zur Entfernung abnehmende Lichtstärke ausgleichen können.
36 Vertreter der Evolutionstheorie werden hier einwenden, dass evolutionäre Erklärungen in der
Wissenschaft weitgehend anerkannt sind. Das ist natürlich richtig, aber hier geht es ja gerade um
den Kontext, in dem dies nicht der Fall ist.
37 HEMPEL/OPPENHEIM, Explanation. Darauf bezieht sich der häufig gebrauchte Begriff Hempel-
Oppenheim-Schema
.
38 Oppenheim war zudem noch Chemiker, Hempel hatte auch Physik studiert.
39 Vgl. GOULD/LEWONTIN, Spandrels. Der Ausdruck just-so-stories entstammt dem gleichnamigen
Kinderbuch von Rudyard Kipling, in dem er u.a. erzählt, wie das Kamel zu seinem Höcker
und der Leopard zu seinen Flecken kam.
40 „You see, textbooks say detectives must ‚get their man‘, so they never consider elephants“,
BEHE, Box, 192.
41 Das Wortspiel funktioniert nur im Englischen: „The time has come […] to put the ‚cause‘
back into ‚because‘“, SALMON, Explanation, 96. Ob sich dies auf die Wirkkausalität beschränken
muss, können wir hier noch offen lassen.
42 Vgl. HUME, Understanding, Sect. VII, Part I.
43 „that causes and effects are discoverable, not by reason but by experience“, HUME, Understanding,
sect IV, part I, 24.
44 „For these reasons it is extremely difficult if not hopeless to regard the principle of causality
as a universally valid inductive truth concerning the pervasive order of events and processes“,
NAGEL, Structure, 319.
45 Wesley Salmon skizziert eine alternative Theorie der Kausalität, die nicht mit der Notwendigkeit
einer Verbindung der Ereignisse, sondern mit der Fähigkeit zur Informationsübertragung
argumentiert, vgl. SALMON, Explanation. Darauf einzugehen würde hier allerdings zu weit führen.
46 SCHÖNBORN, Plan.
47 MAYR, Biologie, 59.
48 Ebd., 60.
49 Vgl. ebd., 61.
50 Ebd., 67f.
51 GOULD, Life.
52 WILSON, Naturalist.
53 So heißt denn der deutsche Titel von Goulds Buch auch „Zufall Mensch. Das Wunder des
Lebens als Spiel der Natur“.
54 VAN FRAASSEN, Explanation; VAN FRAASSEN, Image.
55 Die neueste Antwort auf diese Frage stammt aus der Gruppe um die Heidelberger Entwicklungsbiologen
Detlev Arendt und Jochen Wittbrodt: Die Zapfen und Stäbchen in der Augennetzhaut
entstammen einer urzeitlichen Population lichtempfindlicher Zellen, die ursprünglich im
Gehirn angesiedelt waren, vgl. ARENDT, Evolution; ARENDT, Photoreceptors.
56 „In other words, the salient feature picked out as ‚the cause‘ in that complex process, is salient
to a given person because of his orientation, his interests, and various other peculiarities in the
way he approaches or comes to know the problem – contextual factors“, VAN FRAASSEN, Image,
125.
57 Das ist z.B. die Theorie von FRIEDMAN, Explanation.
58 KITCHER/SALMON, Explanation.
59 Inwiefern dieser methodische Atheismus allerdings unversehens zu einem ontologischen
Atheismus führen kann, der über die faktische Aussagekraft der Naturwissenschaften hinausgeht,
kann man am Aufschwung des Neuen Atheismus studieren, dessen Vertreter mit naturwissenschaftlicher
Autorität auftreten, so z.B. HARRIS, Faith; DAWKINS, God; DENNETT, Spell.
60 Die sexuelle Selektion zähle ich ebenfalls zur natürlichen Selektion, da die Weibchen, welche
Partner mit möglichst großen Geweihen oder Pfauenschwänzen bevorzugen, ja ihrerseits diese
Vorlieben auch im Prozess der Evolution entwickelt haben.
61 Zum Unterschied zwischen den lediglich verstehen wollenden Naturalists und den auf praktische
Beeinflussung abzielenden Natural Scientists, vgl. VALSANGIACOMO, Natur.
62 KANITSCHEIDER, Sinn, 110.
63 Vgl. Fussnote 54.




Literatur

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